Tag im Schlafanzug

An manchen Tagen ist, sich anzuziehen und das Haus zu verlassen, die größte Herausforderung. Das mag albern sein, und nur dann ein Problem, wenn man sonst wenig hat. Doch der eigene Körper ist dann ein Gefängnis und der Spiegel ein Folterinstrument und jeder Saum eine Fessel. Alles schneidet ein und-

Lucky for you, ich habe die Lösung! Überall in den Schaufenstern stehen jetzt Puppen in halben Pyjamas, in Satin mit gesteppten Mustern und sie schaffen es nun, auch Schlafanzüge unbequem zu machen.

Nun ist es in Berlin offen gesagt kein großer Move, in Dittsche-Uniform auf die Straße zu gehen, das tut hier jeder zweite und der Blick des Menschen unterwegs ist grundsätzlich von einem „I’ve seen worse“-Schleier überschattet.

Und doch: sobald man ein gewisses Momentum im Leben überschritten hat, die Sicherheit der vier Wände und der Universität an der man, let’s face it, unsichtbar ist, hinter einem liegen, muss man sich manchmal anziehen. Auch wenn das innere Kind sich schreiend und plärrend über den Teppich wälzt und noch nicht einmal lachen muss, wenn es sich, völlig lächerlich, am Fernsehschrank stößt, weil man im Kopf immer noch einen Fernsehschrank besitzt, egal, ob in der echten Wohnung nur drei Weinkisten und ein Campingbett stehen, weil das jetzt chic ist. Und dann ist es am besten, wenn man wenigstens seinen bequemen Schlafanzug tragen kann, an dem nichts drückt und schneidet und kneift.

Nightgown is the new business outfit. Mi OOTD es su Nachtwäsche.

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